Morgen ist wieder Halloween. Bizarr bis gruselig herausgeputzte Kinder erpressen von den Nachbarn Süßigkeiten und nicht minder zurecht gemachte Erwachsene strömen in Scharen zu Halloween-Partys, auf denen sie die Nacht zum Tage werden lassen, um den folgenden Morgen des stillen Allerheiligentages in gebührender Wortkargheit zu begehen. Schließlich sind auch die Supermärkte seit einiger Zeit nicht nur voller Weihnachtsgebäck, sondern auch voller Horror-Zubehör. Da und dort ist man schwer um die einheimische Kultur besorgt. Von amerikanischem Kulturimperialismus wird da gern gemoppert. Und überhaupt sei das doch alles eh nur Kommerz und jappjappjapp. Gern kommt das aus der gleichen Ecke, in der das Verschwinden des McRib bei Mäckes allen ernstes als Verlust deutscher [sic] Esskultur beklagt wurde. Geisterbahn halt. Passt zum Thema.
Mir ist das Treiben ja komplett egal. Es nervt nicht mal, es ist mir einfach nur so wumpe wie die Spargelsaison. Als vom WDR bestrahlter Nichtjeck finde ich zum Beispiel Rheinischen Karneval deutlich lästiger, daher wäre es schlicht kleinlich, sich über das bisschen Halloween aufzuregen. Und wer sich in dem Zusammenhang über Kommerz empört, muss sich die Frage gefallen lassen, wann er sich zuletzt Weihnachten mit Verstand angeschaut hat. Wäre Halloween zu meiner Kindheit bereits so angesagt gewesen wie heute, ich hätte einen Riesenspaß daran gehabt, verkleidet mit Freunden durchs Viertel zu ziehen, massenhaft Süßigkeiten abzugreifen und makabre Gruselpartys zu veranstalten. Solange es nicht irgendwas mit Kürbis zum Essen gegeben hätte.
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das einzige, was Deutsche mehr lieben als über den Zustand der Welt zu jammern, ist jeden wüst zu beschimpfen, der möchte, dass die Welt auch nur ein kleines bisschen besser wird
— E L H O T Z O (@elhotzo) October 30, 2026
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Ich gebe hiermit zu, Anfang des Milleniums mal Geld für einen Live-Auftritt des inzwischen öffentlich-rechtlichen Humorarbeiters Dieter Nuhr ausgegeben zu haben. Dabei hat die Titanic-Humorkritik den Mann schon vor eben jenem Vierteljahrhundert komplett durchschaut. Einfach mal Fachliteratur lesen und Profis ran lassen.
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Der Pressesprecher von Elif Eralp versehentlich interne Notizen verschickt hat, die unter anderem die Information enthalten, die Kandidatin fürchte um die Sicherheit und Gesundheit ihrer Familie, wenn sie sich öffentlich zu bestimmten Personen aus dem Hamas-Sympathisantenmilieu äußere. Das ist eine grobe Dummheit und zudem ein ernster Verstoß gegen den Datenschutz. Würde ein:e Mitarbeiter:in einer Firma aus Versehen Interna an die Konkurrenz weitergeben, würde diese Person fristlos gekündigt. Sich jetzt darüber zu empören, dass die Presse das veröffentlicht, ist lachhaft. Keine Redaktion lässt so einen Scoop liegen, so geht nun mal das Geschäft. Ich bin übrigens einigermaßen sicher, dass die Empörung weit geringer ausfiele, wenn so was der 'A'fD passierte. Wir erinnern uns: Da hat ein IT-ler es mit dem Datenschmutz nicht so genau genommen, Hacker sind an Hunderttausende Mails geraten, haben die ins Netz gestellt und die Häme ist groß.
Stellt sich, da nun alle in die Litanei einstimmen, dies sei jetzt aber der absolut endgültige Beweis, dass die Linke nicht regierungsfähig sei, wenn ihre Spitzenkandidatin sich derart bangemachen ließe, die Frage: Wofür sind diese Notizen denn nun gut? Als Beleg für ein besonders inniges Verhältnis Eralps zu bestimmten Mileus taugen sie jedenfalls nicht. Zumal sie, sollte sie Bürgermeisterin werden, formell Ministerpräsidentin eines Bundeslandes wäre und ihr und ihrer Familie somit Personenschutz zustünde. Sie taugen auf jeden Fall als Einladung an Polizei und Staatsanwaltschaften, in jenen Milieus mal genauer hinzuschauen. Und sollten die jetzt noch wirklich so blöd sein, ihr oder ihrer Familie was anzutun? Transparnz rules manchmal doch.
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Auch die Jugend von heute kann wie immer nichts richtig machen. Jahrzehntelang hieß es, der Nachwuchs sei passiv und unpolitisch, nur an Vergnügen und Konsum interessiert. Und jetzt, wo die Jungen für ihre Interessen auf die Straße gehen -- was, wir sind in Deutschland, im Vergleich zu Frankreich ein fröhliches Ringelreihen sein wird -- und sich erfrechen, eine bessere Zukunft für sich zu fordern, ist auch das wieder nicht recht, weil linksradikale Spinnerei. Außerdem sieht es so aus, dass die befürchteten Krawalle sich auf Berlin beschränken werden, wo man, glaubt etlichen Bewohner:innen, eh nicht mehr viel kaputt machen kann.
Es ist die Demografie, die das alles so deprimierend macht. Wer heute jung ist, sieht sich überall einer Gerontokratie gegenüber, die ihre Pfründe absichert, die Strickleitern einzieht und alle kommenden Probleme bei den nachfolgenden Generationen ablädt. Keine Chance auf Besserung. Selbst wenn alle Menschen u25 sich von heute auf morgen politisch engagierten, würde das nur wenig ändern. Wir sollten lieber froh sein, dass die Gen Z noch halbwegs freundlich ist. Immerhin wird sie es sein, die uns dereinst wird pflegen müssen.
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Keine Ahnung, wieso sich alle so über den Auftritt des Audi-Obermotzes bei Trumps Wahlkampfshow aufregen. Der Mann hat doch nichts weiter gemacht, als eine schöne alte Tradition wiederaufleben lassen. Schon in den 1930er wollte die NS-Regierung die deutsche Autoindustrie pushen, um damit anzugeben. Vor allem Mercedes und Auto-Union (die mit den vier Ringen) profitierten damals. Deren Silberpfeile fuhren in der Folge die Konkurrenz in Grund und Boden. Im niedersächsischen Fallersleben, dem späteren Wolfsburg, wurde auf Staatskosten eine ganz neue Fabrik aus dem Boden gestampft, das spätere Volkswagenwerk. Warum also soll, was schon mal so gut funktioniert hat, sich also an einen aufstrebenden autoritären Autokraten ranwanzen, nicht noch einmal funktionieren? So wie am Verbrenner festhalten. What can possibly go wrong?

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