Freitag, 20. März 2026

Vermischtes und Zeugs (CXLIII)


Mokant mit nacktem Zeigefinger und mithilfe von K'I'-Manipulation darauf hinzuweisen, dass Heidi Reichinek (LINKE) zuweilen mit einem Audi A8 herumchauffiert wird, ist angesichts der Rabatte, die Autohersteller bestimmten Kundenkreisen einräumen, ziemlicher Quatsch und offenbart vor allem, dass da welche nicht rechnen können. Abgesehen davon, dass der Humbug, es handele sich um ihren Privatwagen, schnell erledigt war, kann so eine geleaste Chefinnenschubse für eine Bundestagsfraktion pro Kilometer unter dem Strich günstiger sein als ein gekaufter deutlich bescheidenerer 08/15-Jahreswagen. 

Die dahinterstehende Zuschreibung, wer als Linke:r den Kapitalismus kritisiere, habe sich daher gefälligst mit Mindestlohnniveau zu bescheiden, sich hären in Sack und Asche zu kleiden, Müsli zu knabbern und dürfe erst recht nicht Auto fahren, und wenn doch, dann nur die bescheidenstmögliche Nuckelpinne (so wie Linke bekanntlich auch nie rechnen können), spielt intellektuell etwa in der gleichen Liga wie die, dass Rechte ausschließlich Sauerkraut fressen und Marschmusik hören dürfen. 

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Post by @derpostillon@mastodon.social
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Konservativ sein bedeutet im 21. Jahrhundert, zur Party zu erscheinen, wenn die Musik schon aus ist, die letzten Gäste gegangen sind und die Reinigungskräfte schon die Stühle hochstellen. Und dann Linken und Grünen die Schuld daran zu geben, dass man nicht mitfeiern kann. Insofern muss man sich tatsächlich bei Donald Trump bedanken, der sich gerade unter großen Opfern (im Iran) dafür einsetzt, dass immer mehr Menschen sich erneuerbaren Energien zuwenden und es sogar unsere Bundesregierung langsam mal kapieren könnte, dass es eine eher minder intelligente Idee ist, sich 2026 noch von Lieferanten fossiler Energien abhängig zu machen.

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Wenn es eine Lektion aus den letzten Jahrzehnten gibt, dann die, dass man Ideologien nicht einfach wegbomben kann. Deutschland war 1945 militärisch komplett erledigt, existierte als Staat nicht mehr, die meisten Städte waren zerbombt, die Regierung hatte entweder Selbstmord begangen, war auf der Flucht oder saß im Knast. Die Besatzungsmächte unternahmen einige Anstrengungen, den Deutschen den Faschismus auszutreiben. 1945ff. war es lange Konsens, dass Neonazis randständige Witzfiguren sind, deren rückwärtsgewandtes, revisionistisches Gebrabbel von niemandem mit politisch halbwegs sortiertem Großhirn ernstgenommen werden kann und dass der Kram ein- für allemal erledigt ist. Aber ein paar sind halt durchgerutscht. Es dauerte gut 65 Jahre, bis der braune Blubber, der nie ganz weg war, wieder relevant zu werden begann. Ironischerweise in dem Teil Deutschlands, der laut eigenem Bekunden immer voll antifaschistisch gewesen ist.

Der Iran ist mehr als viereinhalbmal so groß wie Deutschland bei einer ungefähr gleich großen Bevölkerung, deren Großteil sich zudem auf einige wenige Zentren konzentriert und wird mitregiert von einer mehrere Hunderttausend umfassenden, skrupellosen und zu jeder Brutalität entschlossenen Systemgewinnlertruppe namens Revolutionsgarden. Zudem ist die Oppositionsbewegung durch das Februarmassaker vermutlich erheblich geschwächt, die noch übrig sind, froh am Leben zu sein. Selbst wenn es im Rahmen einer Bodenoffensive und diversen Kommandounternehmen gelönge, die komplette Führung in Teheran auszuschalten, wäre das System immer noch fest im Sattel. 

Warum Trump das trotzdem macht? Weil er halt Trump ist? Nicht nur. Unter anderem auch, weil er umgeben ist von einem Haufen religiöser Fanatiker, darunter sein Kriegsminister, die das Weiße Haus gekapert haben. Die wähnen sich auf einem Kreuzzug, sind überzeugt, Armageddon stünde kurz bevor, es fände im Nahen Osten statt und es sei ihre historische Mission, die Menschheit in diese finale Schlacht zu führen, nach der sie dann als Selige in den Himmel auffahren würden. Klarer Gewinner ist bislang übrigens Israel. Durch erhebliche Zerstörungen des iranischen Militärs und des Atomprogramms sowie teilweise Liquidierung der Führungsriege, was freundlicherweise größtenteils das US-Militär übernommen hat, hat man wieder einmal Zeit gewonnen. Also das getan, was Israel seit 1948 macht. 

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Der beste Verriss-Satz der letzten Jahre ist immer noch Magnus Klaue zu verdanken: "Das Buch fiel selbst bei der gründlich vorverblödeten deutschen Literaturkritik durch". Treffer, versenkt!

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Nein, keine Ernährungsberatung...


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Einigermaßen belustigt nehme ich als Zaungast die aktuelle verbale Klopperei in Kleinbloggersdorf zur Kenntnis. Nein, will kein Linux! -- Du gehirngewaschenes M$-Opfer! -- Gar nicht wahr! -- Wo-hohl! Ich verstehe den ganzen Aufriss nicht. Der Laptop, der mein Schreibwerkzeug ist, mit dem ich meinen Mailverkehr abwickle und auf dem ich Persönliches ablege, läuft seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit mit Linux Mint. Auf dem aktuellen Desktop-Rechner, der eine reine Spaß- und Entertainmentmaschine ist, auch nichts anderes sein soll und auf dem ich noch nicht einmal ein Mailkonto eingerichtet habe, haben die beiden Computerschlümpfe, bei denen ich die Kiste letztes Jahr gekauft habe, Windows 11 pro aufgespielt. Läuft hervorragend. Wieso also nicht Arbeitsteilung? 








1 Kommentar :

  1. "Wieso also nicht Arbeitsteilung?" Vielleicht, weil sich nicht jede/r ein Zweitgerät leisten kann?
    Vielleicht wäre es sogar möglich, auf ein und demselben Gerät eine Partition mit Linux, eine mit Windows zu betreiben - aber da müßte man wieder IT-Koryphäen fragen, die sich dann wegen Linux/Windows in die Haare kriegen. Womit man so weit wäre wie vorher.

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