Freitag, 12. Juli 2019

Gewollt, nicht gekonnt (4)


Die Tage erstmals einen Blick in die neue örtliche Stadtbibliothek geworfen. Hell, neu, sauber, aber auch ziemlich steril. Lädt nicht wirklich zum Verweilen und Wohlfühlen ein. Mich zumindest nicht, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Der Bestand wurde beim Umzug ins neue Domizil offenbar radikal zusammengestrichen. Die Abteilung Geschichte, die mich besonders interessiert, beschränkt sich gerade mal auf ein Drittel eines Regals (zum Vergleich: in der von mir frequentierten Bücherei der um ein Drittel einwohnerärmeren Nachbarstadt ist das eine Viertel Etage). Und dann noch echte Perlen im Sortiment:


Nun ja, war halt Spiegel-Bestseller, die müfflige Schnellrodaer Schwarte. Wer Thriller, Liebesromane und Kochbücher möchte, wird aber aufs Beste bedient. Vorausgesetzt, man findet, was man sucht. Denn die Systematik der Signaturen hat sich mir nicht erschlossen.

Natürlich ist der Vergleich mit der erwähnten Stadtbücherei der Nachbarstadt nicht ganz fair. Die gibt es in dieser Form nur, weil ein großer, dort ansässiger Fleischwarenhersteller Anfang der Neunziger die Nase voll vom industriellen Schlachten und Wursten hatte, seinen Betrieb verkaufte, gen Bayern sich aufmachte, um einen Bio-Betrieb zu gründen und seiner Heimatstadt zum Abschied eine großzügige Spende für den Neubau eines Kulturzentrums hinterließ.

Besonders Pingelige mögen also einwenden, an dieser vorzüglichen Bücherei klebe das Blut abertausender unschuldig dahingemeuchelter Tiere. Ich nutze sie trotzdem weiter.





Kommentare :

  1. An die öffentliche Diskussion um das im Bild herausragende Buch kann ich mich noch gut erinnern. Inhalt: Das Relativieren der deutschen Schuld im Gewand legitimer Meinungsfreiheit. Niemand ist gezwungen, das auszuleihen.

    Hier in meiner Heimatstadt sind einige Büchereifilialen geschkossen worden. Andere Stadte haben dafür einen Bus.

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    1. Was die eingangs erwähnte Bücherei angeht, zöge ich einen gut sortierten Bücherbus vor.

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