Mittwoch, 11. Dezember 2019

Ronny des Monats - Dezember 2019


Weihnachtszeit ist ja bei Ronny & Co traditionell Hysterikerzeit. Weil, einschlägiger Wahrnehmung zufolge, ein jahrhundertealter Brauch nach dem anderen auf dem Altar von Umvolkung und Politischer Korrektheit geopfert wird. Jüngstes Beispiel: Die Augsburger Uniklinik hat dieses Jahr keinen Weihnachtsbaum im Foyer aufgestellt. Sicher, das beruhte nach Angaben des Krankenhauses auf einer Feuerschutzvorschrift, aber was sind schon Fakten gegen eine solch schöne Steilvorlage, seinen Rassismus, seine Xenophobie und maßlosen Überfremdungsängste, wie grotesk auch immer, rauszuposaunen.

Sonntag, 8. Dezember 2019

Umgevolkt im Münsterland


Und keiner merkt's. Außer mir.

Da hört sich doch alles auf! Ich meine, da lustwandelt man nichts Böses ahnend in angenehmer Gesellschaft über den idyllischen Adventsmarkt am münsterländischen Schloss Raesfeld, besser gesagt: Man versucht sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen, da die Veranstaltung sich mit den Jahren immer mehr zu einer winterlichen Außenstelle der Cranger Kirmes entwickelt hat -- und dann das. Man ordert irgendwann an einem entsprechenden Stand ein alkoholisches Heißgetränk und weil es, wie gesagt, recht belebt war, dauert das ein wenig, sodass man Bestellungen des übrigen Publikums mitbekommt. Und was hörte ich da? Nicht einmal, sondern immer wieder? "Kakao mit Schuss" hörte ich da!

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Die ganz alte Tante


Man kann sich, wie so viele andere, an Personen abarbeiten. Am honorig-beflissenen Norbert Walter-Borjans und an seiner Co-Vorsitzenden Saskia Esken, die bislang vor allem dadurch aufgefallen ist, ihr notorisches Überfordertsein mit autoritär-patzigem Auftreten zu kaschieren. Man kann sie aber auch bedauern, weil auch sie zwangsläufig scheitern werden. Das ist nicht ihre Schuld und liegt auch nicht an mangelndem guten Willen. Es liegt schlicht daran, dass man nicht gegen den Lauf der Dinge arbeiten kann. Anders gesagt mit Fontane, dem ollen Jubilar:

Montag, 2. Dezember 2019

Wenn Kunst mal weh tut (2)


"Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann." (Salmen Gradowski, 1944 in Auschwitz ermordet)

Dank einer großartigen Aktion des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) hat Berlin seit heute ein neues Denkmal: eine "2,5 Meter hohe und 4 Tonnen schwere Gedenk- und Widerstandsstätte aus Edelstahl auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper" (ZPS), in der der zur Alibi-Veranstaltung geschrumpfte Reichstag ab 1933 tagte und in der "vor genau 86 Jahren der deutsche Konservatismus die Demokratie in die Hände von Hitler und seinen Nazischergen legte." (ZPS, ebd.) Die Säule enthält exhumierte Asche aus der Gegend um Auschwitz.

(Korrektur, 3.12.: Nein, das ist seitens des ZPS nirgends behauptet worden.)

Freitag, 29. November 2019

Prioritäten


Unsere Bürgerlich-Konservativen sind bekanntlich ein höchst aufmerksames Völkchen. Sobald jemand irgendwo erwähnt, dass seit der Wiedervereinigung zirka 200 Menschen durch Rechtsextreme zu Tode gekommen sind, im gleichen Zeitraum durch Linksextreme hingegen genau niemand, erinnern sie stets daran, niemals und keinesfalls die viel, viel gefährlichere Gefahr von links zu unterschätzen. Immer schön zu erfahren, dass es Menschen gibt, die noch echte Probleme haben.

Montag, 25. November 2019

Been there, did that


Ein weiteren Eintrag abgehakt, der sich vermutlich auf irgendeiner dieser diese Wichtigtuer-Listen findet mit den tausend Dingen, die man angeblich unbedingt erledigt haben muss als hipper Individualistendödel, bevor man abkratzt, will man nicht überall unten durch sein (Nr. 15: Auf der Toilette des angesagtesten Clubs in London Sex mit Wildfremden haben - Nr. 344: Silvester auf dem Times Square - Nr. 449: Auf dem Eiffelturm eine Dosis Nasenata reinziehen - Nr. 941: Bei Sonnenuntergang am Hafen von Manila Street Food mampfen, zusammen mit Ihren gleichermaßen sagenhaft erfolgreichen und zu Tode gelangweilten Sackgesicht-Freunden, die auch alle nicht arbeiten müssen und nicht wissen, wohin mit ihrer Kohle). 

Sonntag, 24. November 2019

Jenseits der Blogroll - 11/2019


Die Fundstücke des Monats wieder. Höchste Zeit. Sonst werdens noch mehr.

Politik. Genau mein Reden: Können wir bitte mal Schluss machen mit diesem sozialtherapeutischen Betüttern von AfD-Wählern? Wer AfD wählt und sagt, er täte das allein aus legitimem Protest, ist entweder verlogen, leichtfertig oder steindumm. Oder hält mich für letzteres. Wer AfD wählt, wählt Faschisten, muss sich dann gefälligst auch mit diesem Vorwurf auseinandersetzen und soll nicht passiv-aggressiv rumheulen von wegen: Keiner versteht mich. Für eventuelle Konsequenzen eigener Entscheidungen bzw. Nicht-Entscheidungen geradezustehen, ist übrigens bekannt als 'erwachsen sein'. Oder 'Autonomie'.

Freitag, 22. November 2019

Gesprächsangebot abgelehnt


"Aber weil jede ältere Generation neu darin ist, alt zu sein, denkt jede von ihnen, als sei es das erste Mal: Mit der Jugend geht's echt abwärts." (Matthias Lohre)

Es macht mich durchaus ein bisschen stolz, dass meine Erzeuger offenbar irgendwann verstanden haben, dass die Welt sich weitergedreht hat. Dass sie begriffen haben, dass ihre Maßstäbe und ihr Erfahrungshorizont nicht allgemeingültig sind. Sie bemühen sich fast immer zu verstehen, anstatt vorschnell zu urteilen. Vielleicht hilft es ihnen, dass sie dank frühen Einzahlens in die Rentenversicherung und guter Gesundheit ihren Lebensabend dafür nutzen können, auf Reisen ihren Horizont zu erweitern, anstatt ihn zu verengen.

Dienstag, 19. November 2019

Schmähkritik des Tages (33)


Heute: Wolfgang Abel über Weihnachtsmärkte

"Wenn es den Gemeinden wirklich um die Reduktion von Emissionen jeder Art ginge, müßten Weihnachtsmärkte an vorderster Stelle der Schamliste stehen. Öffentliche Plätze als Resterampe mißbrauchen und das ganze noch Markt nennen, tiefer kann ein Gemeinwesen nicht sinken." (Wolfgang Abels Kolumne vom 10. November 2019)

Samstag, 16. November 2019

Narratives


Der Begriff Major Consensus Narrative lässt sich kurz definieren als das, was innerhalb einer bestimmten Gruppe von einer Mehrheit für die Wahrheit gehalten wird. Die Beispiele sind da durchaus zahlreich:

"Eskimos haben 100 Wörter für Schnee, Ärzte schwören auf den hippokratischen Eid, Hexenverfolgungen waren ein Phänomen des Mittelalters – drei Ansichten, die in der Mehrheit der Bevölkerung weit verbreitet sind. Dass sie nicht stimmen, ist nicht so wichtig, denn dafür sind es einfach zu gute Geschichten, die hervorragend in unser Weltbild passen." (Erik Wenk)