Sonntag, 6. Oktober 2019

Argh!


Nein, werte taz, dass der "Fund einer neuen hominiden Spezies" (Lea Ebeling), der meinetwegen "als eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre" (Ebeling, a.a.O.) gilt, bedeutet noch lange nicht, dass deswegen gleich "die Evolutionsgeschichte in Frage" (Ebeling, a.a.O.) gestellt ist. Unter anderem solcher Sensations-Quatsch führt dazu, dass immer mehr Menschen allen möglichen Mist glauben. Oder Wissenschaft gleich für eine einzige Übung in Beliebigkeit halten.

Eine Entdeckung, die nicht recht ins bestehende Gesamtbild passt, ist etwas ziemlich Normales, das mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht gleich das große Ganze aus den Angeln heben wird. Zumal darauf im Artikel überhaupt nicht mehr eingegangen wird, sondern im schönsten Relotius-Modus herumgeschwurbelt wird. Ist möglicherweise kein Zufall. Über die Autorin ist per Suchmaschine nämlich herauszufinden, dass sie Masterstudentin für Modern South- and Southeast Asian Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin ist. Also weder paläontologisch noch archäologisch o.ä. unterwegs ist.

Das muss natürlich kein Problem sein. Bin ich ja auch nicht. Doch ist es hilfreich, wenigstens in Grundzügen verstanden zu haben, wie Wissenschaft funktioniert. Und es ist ja wirklich löblich, dass man bei der taz offenbar dem wissenschaftsjournalistischen Nachwuchs fördern will. Aber liest da keiner mehr drüber, bevor das über die Theke geht?





Kommentare :

  1. »In der Evolutionstheorie wird davon ausgegangen, dass der Ursprung der Menschheit in Afrika liegt.« schwadroniert die über die Thematik offensichtlich grundlegend unkundige Autorin drauflos. (Gemeint ist natürlich die Out-of-Africa-Theorie.) Warum lässt man bei der taz eine so offenkundig ahnungslose Autorin unredigiert solchen Schmarrn daherschwafeln?

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  2. Justin Bieber hat geheiratet und du wirfst uns hier einen alten Knochen hin? Was ist los, Kollege?

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    1. Wieso? Vom Standpunkt der Evolution her liegt das doch gar nicht so weit auseinander.

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