Samstag, 16. Mai 2026

Vermischtes und Zeugs (CXLIX)


Familie Trump hat zirka 60 Mille eingenommen, indem sie 600.000 MAGA-Ultras jeweils 100 Dollar aus der Tasche geleiert haben als Anzahlung für ein güldenes patriotisches Trump-Smartphone, das vielleicht irgendwann mal geliefert werden wird. Oder auch nicht. Zentrales Verkaufsargument: 100 Prozent Made in USA. Wird aber wohl, wenn es denn mal produziert werden sollte, in China gebaut werden. Geld zurück wird auch schwierig. Die Kaufverträge sind nämlich so ausgearbeitet, dass es mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden wäre, das Geld einzuklagen. Wie heißt es so schön? A fool and his money are soon parted.

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Wappentier, sag' ich doch...

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Dass junge Menschen nicht mehr in Scharen zu den Waffen eilen, wenn die Politik mit dem Finger schnippt, ist keine neue Entwicklung. Schon während der 1980er hatte sich in Westdeutschland die Zahl der Zivildienstleistenden von 50.000 im Jahr 1980 auf ca. 100.000 im Jahr 1990 verdoppelt. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass der Zugang zum Zivildienst erleichtert wurde, indem die groteske mündliche 'Gewissensprüfung' wegfiel und das gesellschaftliche Klima sich gewandelt hatte. Zivis galten immer weniger als Feiglinge bzw. Drückeberger, sondern wurden mehr und mehr respektiert. 1998 gab es mit 135.000 erstmals mehr Zivildienst- als Wehrdienstleistende. Ferner wurde die Bundeswehr ab den 1990ern drastisch geschrumpft und ein immer größerer Teil der jungen Männer gar nicht erst einberufen. Seit 30 Jahren wachsen junge Deutsche damit auf, dass Militär keine Sache der gesamten Bevölkerung ist, sondern etwas für spezialisierte Profis. Es handelt sich also um einen langfristigen gesellschaftlichen Großtrend, der nicht von jetzt auf gleich umkehrbar ist.

Genau so ein Quatsch ist es natürlich zu behaupten, die Wiederaufnahme einer (abgemilderten) Wehrpflicht mit dem Ziel, die Bundeswehr von ca. 190.000 auf 250.000 Soldat:innen zu verstärken, diene dem Zweck, eine Invasionsarmee zu schaffen, die bis Moskau durchrasseln könne. Das konnte schon die Bundeswehr nicht, als sie eine knappe halbe Million unter Waffen hatte. Auch eine gesamteuropäische Armee wird erstmal ein frommer Wunsch bleiben, solange diverse europäische Länder stark divergierende außenpolitische Interessen haben.

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Das 20. Jahrhundert in a nutshell: Der erste Weltkrieg ist ausgebrochen, weil ein Österreicher erschossen wurde, der zweite Weltkrieg ist ausgebrochen, weil ein Österreicher nicht erschossen wurde.

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Man kann sich in diesen Zeiten immer noch damit trösten, dass man als Progressiver, allen Rückschlägen zum Trotze, sicher sein kann, am Ende zu gewinnen. Es zeigt sich immer mehr, dass Trump und Putin, die beiden großen Leitfiguren der internationalen neuen Rechten, Männer von gestern sind. Putin ist im Denken der Sowjetunion stehen geblieben und dachte, wie einst Breschnew in Afghanistan, eine ausreichende Zahl so lala ausgebildeter und eher geht so ausgerüsteter Soldaten loszuschicken und jeden Widerstand mit Artillerie plattzumachen, würde genügen. Nur hat sich in der Ukraine während der letzten Jahre eine militärische Revolution abgespielt und man ist den russischen Streitkräften in Sachen elektronische Kriegsführung und Drohneneinsatz um Lichtjahre voraus. (Europäische Armeen sind gut beraten, Beobachter dahin zu schicken und die Zusammenarbeit mit ukrainischen Rüstungsfirmen zu suchen.) Inzwischen können die Ukrainer strategische Ziele weit im russischen Hinterland zerstören und die Front mit minimalem Einsatz an menschlichen Soldaten halten.

Auch Trump steckt geistig offenbar in den Neunzigern fest. Bricht gegen den Iran einen Krieg vom Zaun wie einst Bush junior und senior gegen den Irak und setzt allein auf überwältigende Feuerkraft. Und wundert sich, dass das Mullah-Regime nicht sofort einknickt. Ist irgendetwas zu hören von Drohneneinsätzen gegen die Revolutionsgarden (zur Erinnerung: Hamas-Chef Sinwar, möge er in der Hölle schmoren, wurde von einer Drohne getötet)? Und Trump so? Phantasiert über den Bau nach ihm benannter neuer Schlachtschiffe. Ein Schiffstyp, der schon 1941, spätestens 1942 veraltet war (die russische Marine hat ein paar solcher Pötte, die in ihren Häfen vor sich hinrosten). Einziger Sinn und Zweck: Zeigen, wer den längsten Hebel hat. Militärischer Nutzen: Überaus fraglich.

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Endlich wurde wieder ein weiterer Abgrund an Frauenhass, Benachteiligung und männlicher Niedertracht entdeckt! Männer, hat Ariane Bemmer jetzt herausgefunden (via), trödeln im Supermarkt an der Kasse extra herum, weil sie so ihren Hass auf und ihre Verachtung für multitaskende, carearbeitende, mentalloadgeplagte Frauen ausdrücken wollen. Schon klar. Macht man doch immer so als Mann, oder? Jedes Mal beim Bezahlen an der Kasse checke ich unauffällig die Lage, ob eine Frau hinter mir ist, oder sogar mehrere, und überlege mir dann, wie ich am effektivsten den Laden aufhalten kann. Nur eines hat Madame leider vergessen: Sich für die Schnurre einen irre wichtig klingenden englischen Fachausdruck wie Gender cash desk gap oder so aus den Rippen zu leiern. Frau könnte aber auch, wenn frau an diesen Zuständen so leidet, einfach auf eine der immer zahlreicheren, meist freien SB-Kassen ausweichen.






1 Kommentar :

  1. Die BRD hat Angst vor kriminellen Jugendlichen, Trump ist dagegen ein Krieger!

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