Samstag, 2. Mai 2026

Scheck, lass nach!


Als ich zu Beginn der Neunziger das Studieren begann, tat der Ordinarius für Literaturwissenschaft das, was alle seiner Zunft bei Erstys machen: Ein Einführungsbuch ins wissenschaftliche Arbeiten empfehlen nämlich. In dem von ihm Empfohlenen befand sich eine Passage, in der es sinngemäß hieß, man solle nicht verzweifeln, wenn eine Lehrperson einem die mühevoll verfasst Seminararbeit gnadenlos zerpflücke. Wer mit etwas an die Öffentlichkeit ginge, und auch so eine Prosemiararbeit sei ja ein wissenschaftliches Paper, müsse unter Umständen damit rechnen, dass die Späne flögen. Im Gegenteil sei es im Massenbetrieb Universität geradezu ein Kompliment, wen ein:e Professor:in oder Dozent:in sich die Zeit nähme, eine Arbeit detailliert auseinanderzufieseln.