Samstag, 31. August 2019

Nur zu!


Okay, liebe AfD-Wähler in Sachsen und Brandenburg, ihr werdet morgen also AfD wählen. Das System ficken. Es denen da oben mal so richtig zeigen. Ist okay für mich, that‘s democracy. Und wenn eure Partei dann, wie weithin prognostiziert, bei ca. 20 Prozent plusminus irgendwas landen wird, dann werdet ihr weiter wütend sein. Wegen Ausgrenzung. Weil ihr glaubt, einer 20-Prozent-Partei stünde automatisch eine Regierungsbeteiligung zu (tut sie nicht), da es undemokratisch wäre, wenn der Wille von 20 Prozent der Wähler nicht berücksichtigt würde (ist es nicht, Demokratie bedeutet, die Mehrheit regiert und wahrt gleichzeitig die Rechte der Minderheit, weswegen, nebenbei, auch nicht immer das Volk gefragt werden muss). Ist aber auch okay, that‘s Meinungsfreiheit.

Gibt schließlich acht gute Gründe, AfD zu wählen, zumindest in Sachsen. Also nur zu!

(Ist übrigens alles durch Parteiprogramm und Aussagen von AfD-Funktionären belegt. Darf man aber nicht laut sagen, denn das wäre dann 'Hetze'. Oder 'Bashing'. Mimimimimimi!)

"Für jemanden, der der Ideologie der AfD anhängt, heißt Meinungsfreiheit: Es gibt nur eine Meinung, und zwar unsere. Wenn AfD-Politiker und -Anhänger aber ihre Meinungen äußern, haben andere Menschen oft die Frechheit, diese Meinungen nicht zu übernehmen. Ja, sie geben sogar Widerworte! […] In dem Land, das die AfD gern hätte oder besser: beherrschen würde, gäbe es das nicht. Da würden die Leute mit den falschen Meinungen aber schön den Mund halten. Schon jetzt ist die Partei die einzige, die ständig versucht, ihre Kritiker mit autoritären Zwangsmaßnahmen zum Schweigen zu bringen, von »Meldeportalen« für unbotmäßige Lehrer und Professoren bis hin zur Forderung, einen General zu suspendieren. Frei hat die Meinung nach AfD-Lesart immer nur dann zu sein, wenn sie mit der Meinung der AfD übereinstimmt." (Christian Stöcker)

Ein weiteres schönes Beispiel für die Richtigkeit des obigen Befunds lieferte jetzt der momentan ziemlich in Gespräch befindliche brandenburgische AfD-Landesvorsitzende, Beinahe-Akademiker und Bestimmtkeinnazi Andreas Kalbitz. Der erstattete Anzeige gegen Sebastian Walter, Spitzenkandidat der Linken in Brandenburg wegen dieses, durchaus auf Fakten basierenden Wahlspots:

Wer der AfD hinterherläuft, hat schon verloren.

Aber was sind schon Fakten? Derer sind eigentlich genug genannt worden. Wird das irgendjemanden bewegen, seine Stimme nicht dem Verein zu geben? Natürlich nicht, da mache ich mir keine Illusionen. Dient mehr der Selbstvergewisserung. Zur Sicherheit, damit ich mir dereinst nichts vorwerfen muss und niemand hinterher behaupten kann, nichts gewusst zu haben:



Eines aber, werte AfD-Wähler in Sachsen und Brandenburg, verstehe ich nicht so recht. Oft ist ja zu hören, ihr fühltet euch politisch nicht recht repräsentiert, vom Westen aufgekauft, der eure Sorgen und Nöte nicht verstünde. Okay, lassen wir so stehen. Wenn das aber stimmt, wenn der Westen euch bislang - außer Flüchtlingen, versteht sich - nichts als Elend, Pein und Mühsal gebracht hat, wieso rennt ihr dann aus Protest ausgerechnet einer Partei hinterher, die sich als Partei der kleinen Leute ausgibt, aber klandestin von Schwerreichen mitfinanziert wird und deren Spitzenfunktionäre auch wieder fast ausschließlich aus dem Westen kommen?





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