Nachdem die Argentinier in einem dramatischen Spiel die in der ersten Halbzeit grandios konternde ägyptische Mannschaft nach einem 0 : 2-Rückstand mit 3 : 2 nach Hause geschickt haben, sind im Viertelfinale bis jetzt noch sechs europäische, eine afrikanische und zwei südamerikanische Mannschaften übrig (wenn die Schweizer im letzten Achtelfinale gegen die Kolumbianer gewinnen, wäre es eine südamerikanische Mannschaft). Das muss natürlich nicht ewig so bleiben, aber die Sache machen auch dieses Mal Europa und Südamerika unter sich aus. Daher auch das Gewicht der UEFA. Dort mag zwar nicht mehr das größte Geld sitzen, aber spielerisch und fürs Entertainment ist man noch immer Maß der Dinge.
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Es gibt also einen Fußballgott. Und siehe, er ist gerecht. Wehe allen, die ihn freveln! Nach der in jeder Hinsicht erbärmlichen Mauschelei zwischen Trump und Infantino um die Rotsperre gegen Balogun beförderten die Belgier die Gastgeber so humor- wie mühelos mit einer 4 : 1-Klatsche aus dem Turnier. Trump hat echt ein Händchen dafür, Gegner unnötig stark zu machen. Alles, was er anfasst, wird zu Schrott. Das iranische Regime steht stärker da als je zuvor, seine Unterstützung für den rechtskonservativen kanadischen Kandidaten Poilievre ging ebenso nach hinten los wie sein Einsatz für eine Wiederwahl Viktor Orbáns. Und die US-Fußballer werden sich in Zukunft drei Mal überlegen, ob Hilfe aus dem Weißen Haus wirklich so eine gute Idee ist.
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"Belgium is two, maybe three months away from developing a nuclear weapon." pic.twitter.com/3CgPXlcgZ5
— Glenn Check 📯 (@WeeklySpectator) July 7, 2026
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Wohl niemand außerhalb Paraguays weint der unsportlichen Tretertruppe eine Träne nach. Und dass die paraguyanische Senatorin Celeste Amarilla noch meinte Kylian Mbappé rassistisch beleidigen zu müssen ("Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse gesaugt", "kolonisierter Kameruner"), passt da ins Bild. Dass sie dann gleich das große Opfer-Mimimi anstimmte ("geschlechtsspezifische und politische Gewalt"), als Mbappé ihr eine passende Antwort gab ("verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes"), ebenfalls.
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Julian Nagelsmann befindet sich derzeit im Status des "Generalverschiss", wie Wolfgang Kubicki das mal ausdrückte. Egal, was er macht, tut und sagt, es wäre falsch. Also ist er gut beraten, erst einmal aus der Öffentlichkeit zu verschwinden. Vollends erbärmlich sind aber jetzt die Aufrufe, er habe gefälligst auf seine Abfindung bzw. das restliche ihm zustehende Gehalt zu verzichten. Loddar Matthäus verstieg sich sogar dazu, das sei eine "Charakterfrage". Wie meinen?
Es ist irrelevant, ob Nagelsmann einem sympathisch ist, ob man ihn für inkompetent/einen arroganten Fatzke oder was auch immer hält, aber der Mann hat einen Vertrag, der noch zwei Jahre lang gilt. Dieser Vertrag mit 7 Mille Gehalt p.a. und mit allen Bedingungen und Klauseln, darunter die, dass eine vorzeitige Beendigung nur möglich ist bei Ausscheiden in der Vorrunde, was nicht der Fall war, hat er dem DFB nicht mit vorgehaltener Pistole abgepresst (dann wäre er nichtig), sondern letzterer hat in nicht nur unterschrieben, sondern 2025 anlasslos noch um drei Jahre verlängert. Dumm gelaufen.
Seit wann ist es eine Charakterfrage, auf Erfüllung eines Vertrages zu bestehen? Wo leben diese Leute? In einer Welt, in der ich, wenn ich keinen Bock mehr habe auf Ratenzahlungen, zur Bank gehen und sagen kann, wenn diese darauf bestünde, dass ich den Vertrag weiterhin bediene, sei das unanständig? Was würden die Leute, die Nagelsmann das vorwerfen, sagen, wenn ihr Arbeitgeber ihren auf drei Jahre befristeten Vertrag nach einem Jahr cancelt (was ohne Ausstiegsklausel nicht ohne weiteres möglich ist), die Zahlungen einstellt und dann sagt, auf Einhaltung zu bestehen, sei jetzt aber irgendwie voll gierig oder so?
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Die unwürdige Komödie um die Rücknahme der Rotstrafe gegen Balogun ist übrigens auch eine indirekte Folge des VAR. Der hat so ziemlich jede Schiedsrichterentscheidung zur reinen Verhandlungsmasse werden lassen. Gut, früher war auch kein Paradies -- Fans des 1. FC Nürnberg werden sich an Thomas Helmers 'Phantomtor' 1994 erinnern --, aber inzwischen ufert das völlig aus. Das Prinzip, dass Entscheidungen, auch Fehlentscheidungen von Referees gelten und grundsätzlich zu respektieren sind, gehört zur DNA des Fußballs. Der VAR ist ein schönes Beispiel, was passiert, wenn Nerds ankündigen, etwas mit Softwarelösungen 'gerechter' oder 'besser' machen zu wollen: Die Enshittification des Fußballs nämlich.
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