Donnerstag, 22. Januar 2026

Chickening Out


Dass die USA, wie vom Donald Trump postuliert, unbedingt Grönland annektieren müssten wegen der Rohstoffe und der überragenden strategischen Lage, ist natürlich völliger Kokolores. Wie immer ging es Trump allein ums Prestige und ums Habenwollen. Darum, aufstrebenden Mächten wie China zu zeigen, wer den längeren Hebel hat. Trump will als der GröPaZ in die Geschichte eingehen. Friedensnobelpreisträger, YÄY! Ausrichter der besten Fußball-WM ever, BÄM! Als derjenige, der das Territorium der USA vergrößert hat wie noch niemand vor ihm, POW! Der Putin zeigt, wie Neoimperialismus geht, BIFF! Captain America strikes again, ZOW!

"Es rächt sich jetzt, dass es über die Jahre beinahe tabu war, öffentlich über Trumps Geisteszustand zu reden. Dabei braucht man keine psychiatrische Ausbildung, um Folgendes zu erkennen. Erstens: Trump ist ein bösartiger Narzisst, und zwar seit seiner Kindheit. Zweitens: Der IQ von Trump ist dermaßen niedrig, dass er, wenn er nicht 500 Millionen Dollar von seinem Vater geerbt hätte, bestenfalls eine Anstellung als Straßenfeger gefunden hätte; wäre Trump schwarz, säße er jetzt wahrscheinlich im Gefängnis. Drittens: In den vergangenen Jahren ist Trump rapide verfallen." (Hannes Stein)


Da Dänemark NATO-Mitglied ist, nutzen die USA die Insel längst militärisch, unterhalten dort Basen etc. Im Rahmen von Verträgen lässt sich das problemlos weiter ausbauen. Das ganze Land zu übernehmen mit allen Problemen dürfte deutlich teurer kommen. Grönland mag sehr rohstoffreich sein, nur muss man eben auch herankommen an die Rohstoffe. Deutschland zum Beispiel ist auch sehr rohstoffreich, leider liegt die Steinkohle so tief unter der Erde (hier im Ruhrpott war man zuletzt auf mehr als 1.500 Metern), dass der Förderpreis pro Tonne doppelt so hoch ist wie der Weltmarktpreis. Seltene Erden gibt es hier auch, nur kann man die woanders mit Schaufel und Spaten fördern, hier nicht. Auf Grönland liegen die Rohstoffe unter einem riesigen Eispanzer, der trotz Klimawandel noch eine Zeitlang riesig bleiben wird, und fernab der Zivilisation. Alle Gerätschaften und Arbeitskräfte müssten aus Tausenden von Kilometern herangekarrt werden. Gäbe es dort gewinnbringend etwas Nennenswertes abzubauen, hätten sich Konzerne aus aller Welt längst um Schürfrechte bemüht.

Diskutiert wurde auch, Grönland einfach mit Geld zuzuscheißen. Den Laden zu übernehmen, indem man allen 56.000 Einwohner:innen eine Million Dollar pro Nase anbietet. Bei einem jährlichen Durchschnittseinkommen von gut 40.000 Dollar entspräche das zirka 25 Jahreseinkommen. Nur ist Grönland eine überaus strukturschwache Gegend, die von staatlichen Hilfen abhängig ist und bleiben wird. Sicher, die Grönländer:innen könnten dann als US-Bürger sofort auf dem Kontinent schaffen gehen. Ob sie es allerdings verlockend fänden, als immigrierte Arbeiter:innen von ICE-Agenten abgeknallt zu werden, weil einem die Hautfarbe oder der Akzent nicht passt, und ob sie scharf auf ein Gesundheitssystem wären, in dem sie wegen einer OP die Million gleich wieder los wären, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Am Ende ist es gekommen wie so oft. Trump always chickens out. Riesenlärm, nix dahinter. Jetzt in Davos so: War doch alles gar nicht so gemeint. Meinte ja nur, wenn ich Grönland nicht kriege, dann bin ich aber echt sauer und werde das nicht vergessen. Militär? Was man manchmal halt so redet als Genie mit so vielen genialen Gedanken im Kopf. Und das mit den Zöllen vergessen wir auch wieder. Möglich, dass irgendein Speichellecker im Weißen Haus ihn in einem günstigen Moment abgepasst hat und ihm irgendwie verklickert hat, dass Grönland als Teil der USA ein Milliardengrab werden dürfte, dass die NATO zu zerdeppern nicht unbedingt im Interesse der USA liegt und das mit den Zöllen nach hinten losgehen könnte. Wie das bei Prestigeprojekten oft so ist.

Entwarnung also? Gemach. Captain America für Arme hat schon die Nächste Idee am Start: Einen 'Friedensrat', eine Art Anti-UN auf Basis Sitz gegen Cash für zahlungswillige Despoten und Kriegstreiber (niemand redet so oft von Frieden wie die, die ihn als nächstes abschaffen), die sich anschicken, fürderhin die Geschicke der Welt zu lenken.






 

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