Dienstag, 21. Oktober 2014

Ratlos


Hm, ich komme nicht allzu häufig nach Frankfurt am Main. Aber vom letzten Mal hatte ich die Stadt der Bankentürme und des Ebbelwois noch ein wenig anders in Erinnerung. So war ich doch ein wenig geschockt, als am Wochenende mein Blick auf den Regionalteil der 'Frankfurter Rundschau' fiel. Wie sieht's denn da aus? Hat sich wirklich so viel geändert in letzter Zeit? Schrecken diese Islamisten denn vor nichts mehr zurück?

Sonntag, 19. Oktober 2014

Wer ist hier schamlos?


Manchmal, da komme ich einfach nicht mehr mit bei den ganzen Veränderungen um mich herum. Klar, man wird älter, die diesbezügliche Flexibilität mag ein wenig nachlassen, ist wohl so. So war mir zum Beispiel überhaupt nicht bewusst, was ein Amoklauf eigentlich ist. Ich hatte ja immer gedacht, ein Amoklauf sei eine furchtbare und tragische Sache, bei der ein armer Durchgeknallter (manchmal auch mehrere) sich bewaffnet und wahllos alle massakriert, die ihm zufällig über den Weg laufen. Dank der Chefetage der Deutschen Bahn, weiß ich jetzt, wie falsch ich gelegen habe all die Jahre. Ich musste lernen, dass ein Amoklauf ist, wenn Angestellte für mehr Lohn streiken. Und das nicht nur für sich, sondern solidarischerweise auch für andere Berufsgruppen im gleichen Unternehmen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Auf dünnem Eis


Über Sex-, Rass-, Fasch- und andere Ismen

Mit dem Sexismus ist das so eine Sache. Vor langer Zeit, es waren die Neunziger, jobbte ich als jungspundiger Student eine Zeit lang an einer Tankstelle. Eines Tages, es war Sommer, stand eine junge blonde Kundin vor mir, die mich auf der Stelle stockkatholisch werden ließ. Das wahrhaft gottlose Nichts von einem Oberteil, das sie anhatte, ließ nämlich nur einen Schluss zu: Dieser Oberkörper musste vom Leibhaftigen selbst erschaffen worden sein! Und zwar einzig und allein zu dem Zweck, mich in Versuchung zu führen.

Montag, 13. Oktober 2014

Carnivor, hardcore


Zu den schönsten Arbeiten des völlig zu Unrecht verstorbenen Loriot zählen seine Kochrezepte. Eine gelungene, nach wie vor aktuelle Parodie auf das Gehabe eines zu Wohlstand gekommenen, eitlen Spießbürgertums, dem es nicht um gutes Essen geht, sondern darum, sich mit immer extravaganteren und immer exotischeren Kreationen gegenseitig zu übertrumpfen. Zum Beispiel Nilpferd in Burgunder ("Nilpferd waschen und trocknen, in passendem [!] Schmortopf mit 2000 Litern Burgunder, 6 bis 8 Zwiebeln, 2 kleinen Mohrrüben und einigen Nelken 8 bis 14 Tage kochen, herausnehmen, abtropfen lassen und mit Petersilie servieren.").

Sonntag, 12. Oktober 2014

Augen auf im Straßenverkehr!


Über dämliche Aufkleber 

Wieder einmal eine dieser Situationen, bei denen man sich fragt: Geht's noch? Da gondele ich friedlich in meiner zwar überalterten, doch immer noch zuverlässig schnurrenden Karre durch den Stadtverkehr, um den wöchentlichen Einkauf zu tätigen und komme an eine rote Ampel. Kann passieren. Vor mir der Firmenwagen eines privaten Briefzustellers, der einst angetreten war, dem mächtigen gelben Riesen Konkurrenz zu machen. Neben dem Firmenlogo prangte noch eine weitere Aufschrift auf dem Heck. Die lautete: "Fahrstil o.k.?", plus einer gebührenfreien Telefonnummer, die man offenbar aufgefordert ist, zu wählen, sollte dies nicht der Fall sein.

Freitag, 10. Oktober 2014

Utopische Kontrafaktur


Kaum zu fassen, aber auch Historiker träumen manchmal, und zwar nicht nur von der Vergangenheit, sondern auch von der Zukunft. Manchmal träumt man von Büchern, die irgendwann einmal geschrieben werden, so uns alle bis dahin nicht Gevatter Ebola, der Böse RusseTM oder, schlimmer noch, der finstere Islamist hinweggerafft haben sollten, versteht sich. Oder so uns bis dahin unsere 365-Tage/24-Stunden-Vollvernetztheit nicht die letzten Reste des Denkens in komplexen Zusammenhängen abgewöhnt haben sollte. Alles nicht völlig unrealistische Szenarien. Am wenigsten unrealistisch erscheint mir davon das letztgenannte, aber das nur nebenbei.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Uberfahren


Man kann weiß Gott nicht behaupten, dass im Taxigewerbe alles eitel Sonnenschein sei. Meine Erfahrungen waren durchaus gemischt: Meistens saßen unaufdringliche, souverän agierende Fachkräfte am Steuer am Steuer gepflegter Autos. Ich bin ich unter den Droschkenkutschern aber auch an komplett Ortsunkundige geraten, die mich andauernd nach dem Weg fragten, an welche, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, an nach dem letzten Döner bzw. der letzten Portion Pommes mit Majo Müffelnde oder, schlimmer noch, an Körperpflegeallergiker, die ein strenges Aroma von Schweiß und anderen Körpersäften verströmten. An von chronischem Sprechdurchfall Befallene oder an spätpubertäre Stuntfahrer, die auch nachts Sonnenbrille trugen, innerstädtische Hauptstraßen schon mal mit 120 Sachen nahmen und sich an meinem entsetzten Gesichtsausdruck weideten.

Samstag, 4. Oktober 2014

Ein Hoch auf die Sinnlosigkeit


Wenn eines an den Engländern mir schon immer sympathisch war, dann ihr Hang und ihre Liebe zu seltsamen Freizeitaktivitäten. Zum Beispiel Trainspotting. Trainspotter sind eisenbahnbegeisterte Menschen, die quasi Zugsichtungen sammeln. Indem sie jede erdenkliche Lokomotiv-Zug-Kombination entweder fotografieren oder sonstwie dokumentieren und so mit der Zeit beträchtliche Sammlungen anlegen. Zwar gibt es so eine Szene auch bei uns, doch auf der Insel wurde das immer schon weit professioneller aufgezogen. Früher gab es angeblich sogar eigene Hefte zu kaufen, in denen das gesamte Rollmaterial von British Rail verzeichnet war, in die man seine Sichtungen bequem mit Datum, Ort und Uhrzeit eintragen konnte.