Dienstag, 3. März 2026

Vermischtes und Zeugs (CXLI)


Wie auch immer man sonst zu ihnen stehen mag, eines muss man den Grünen lassen: Sie sind lernfähig. Im Wahlkampf waren sie immer die letzten, die naiverweise noch an die Kraft des logos und des besseren Arguments glaubten. Und dabei wirkten wie das Streberkind, das immer brav die Hausaufgaben macht, mit seiner Rohkostbox am Schulhofrand steht, von den Platzhirschen immer gehänselt und mit dem Hintern in den Papierkorb gesetzt wird, aber leider nur Freunde außerhalb der Schule hat, und für coole Antworten zu verkrampft ist. 

Wenn vor allem die Union nach dem Prinzip vorging, wenn man nur genug Dreck kübelt, wird schon was hängen bleiben, versuchten sie zu argumentieren. Die Zeiten scheinen vorbei und die Truppe gelernt zu haben, dreckig zu spielen. So kann man über die arg überzogene Debatte um die etwas deplatzierten Äußerungen des CDU-Kandidaten gewiss einiges Kritische sagen, aber auch nur das geringste Fitzelchen Mitleid ausgerechnet mit der Union, die jetzt ernsthaft über "unfairen Wahlkampf" rumjammert, wäre fehl am Platze. Eigene Medizin, nichts weiter.

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Es ist immer wieder ein wenig unheimlich, wenn Dinge, die früher nur als Witze durchgingen, plötzlich in der Realität ankommen. So gab Otto Waalkes In den Siebzigern folgende Schrulle zum Besten:

Zwei Freunde treffen sich und reden über dies und das. Sagt der eine so: „Ich habe mir jetzt übrigens ein Haustier angeschafft."
"Aha, was für eins?"
"Ein Stinktier."
"Ihhhh, wo hältst du das denn?"
"Na, im Schlafzimmer."
"Ja, aber der Gestank..."
"Ach, daran wird das Tier sich schon gewöhnen."

Dreißig Jahre später sah ich dann beim sonntagnachmittäglichen Durchzappen in der Sendung 'Wildes Wohnzimmer', wie tatsächlich jemand Stinktiere in der Wohnung hielt. Im Schlafzimmer. 

Und in den Neunzigern erzählte ein Freund mal, der damals Versorgungstechnik studierte, einer seiner Profs gäbe gern folgenden zum besten:

"Sie wollen Strom aus Kohle? Kein Problem, uns gehören die Kohlebergwerke und die Kohlekraftwerke!
Sie wollen Strom aus Öl? Kein Problem, uns gehören die Ölfelder und die Ölkraftwerke!
Sie wollen Strom aus Erdgas? Kein Problem, uns gehören die Gasfelder und die Gaskraftwerke!
Sie wollen Atomstrom? Kein Problem, uns gehören die Uranminen und die Kernkraftwerke!
Sie wollen Solarstrom? Kein Problem, uns... ähhh... Sonnenenergie ist unwirtschaftlich." 

Heute nennt sich das CDU-Wirtschaftspolitik.

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"Klimaschutz ist keine Laune von Robert Habeck, sondern eine vom Bundesverfassungsgericht festgestellte Pflicht gegenüber zukünftigen Generationen. Erneuerbare schützen übrigens auch die Verbraucher, denn Gas-und Ölheizungen werden schon bald zur Kostenfalle. Alles in die Dialektik von Staat und Privat zu zwängen ist das MAGA-Narrativ der Trumpisten. [...] Eine Partei, deren Fraktionschef so kommuniziert, dass Grundschulkinder ihn widerlegen können und der die Folgen des Klimawandels als eine Laune Habecks abtut, hat die Zukunft aufgegeben und ist erkennbar ohne intellektuelle Reserve unterwegs. Seit wann sind Sonnenenergie, Wind und Wasser links? Diese Kommunikation ist eine intellektuelle Beleidigung der deutschen Öffentlichkeit." (Nils Minkmar)

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Um Kleinbetriebe zu entlasten, soll jetzt am Arbeitsschutz rumgekürzt werden. 

Folge: Wieder mehr Arbeitsunfälle und berufsbezogene Erkrankungen.
Folge: Mehr Krankentage, höhere Gesundheitskosten.
Folge: "Die Lohnnebenkosten sind zu hoch, der Sozialstaat ist nicht mehr leistbar, buhuuu!"
Folge: Weitere Kürzungen am Sozialstaat.
Folge: Dann reißen sich die ganzen Simulanten und Lauschepper endlich zusammen und ARBEITEN auch mal, oder was? Oder könnte es doch sein, dass dann noch mehr krank werden, die dann aber wegen Kürzungen am Sozialstaat immer öfter keine adäquate Therapie/Reha bekommen.?

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Hmmm, wo ist wohl der beste Platz im ganzen Haus, dieses überlebensgroße Mahler-Bild aufzuhängen?


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Das Ulkige ist ja, dass man absolut nichts mit dem wissenschaftlichen Konsens vom menschengemachten Klimawandel am Hut haben muss, um zur Kenntnis zu nehmen, dass fossile Energieträger endliche Ressourcen sind, Sonne und Wind hingegen nicht. Wer das als linksgrüne Ideologie abtut, dem ist auf sehr vielen Ebenen nicht mehr zu helfen. 

Ferner spielt der Klimawandel auch überhaupt keine Rolle für die Feststellung, dass Deutschland ein rohstoffarmes Land ist. Gut, büschen Kohle ist schon da, aber Braunkohle hat die mieseste Energiebilanz, die Tagebaue ruinieren die Landschaft und Steinkohle ist nur sehr teuer zu fördern. Und man daher abhängig ist von Lieferungen aus dem Ausland, wozu auch Länder gehören, die politisch instabil sind. Man also politisch erpressbar ist durch diese Länder. Oder hochgradig abhängig von der Weltlage, wie sich jetzt bei der Blockade der Straße von Hormus wieder einmal zeigen wird. Wer das allen Ernstes für "Freiheit" hält, an dem ist offenkundig sehr vieles sehr weit vorbeigelaufen. 









2 Kommentare :

  1. DasKleineTeilchen3. März 2026 um 19:01

    meine ansicht ist bekannt; erneuerbare sind cool und alles, aber solange nicht der globale gesamtenergieverbrauch um 90% runtergeht, ist das alles mehr oder weniger für den arsch. wir als gesellschaft machen uns was vor zu glauben daß wir mit der komplett-umstellung der elektrischen>/i> energieversorgung auf erneuerbare wirklich noch das ruder rumreissen können; nicht wenn dieser teil allermaximalst 25% des globalen verbrauchs an fossilen brennstoffen ausmacht.

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    1. DasKleineTeilchen3. März 2026 um 19:05

      ergänzend zur verdeutlichung:
      https://ourworldindata.org/grapher/global-energy-substitution

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