Es erfüllt einen durchaus mit einer gewissen Genugtuung, wenn Entwicklungen exakt auf die zurückschlagen, die sie losgetreten oder befeuert haben. Kein US-Präsident hat in ähnlicher Weise von Verschwörungserzählungen profitiert wie Trump, jetzt fliegt ihm das um die Ohren, weil inzwischen bereits das zweite Attentat auf ihn binnen eineinhalb Jahren als inszeniert bzw. False flag-Aktion diskutiert wird. Auch hat kein US-Präsident der jüngeren Geschichte zum gewaltsamen Kampf gegen einen unliebsamen Amtsinhaber aufgerufen. Man muss nicht in hämisches "So was kommt von so was" verfallen, aber: Ist es wirklich ein Wunder, wenn so was irgendwann mal nach hinten losgeht in einem Land, in dem jeder Hans und Franz an der Tanke eine Knarre kaufen kann?
ich bin extrem anfällig für Verschwörungstheorien, aber ich halte mich auch für einen kompletten Trottel, das heißt jedes Mal wenn eine Verschwörung für mich plausibel erscheint, denke ich „niemand würde das so planen, dass jeder Trottel das erkennt“
— E L H O T Z O (@elhotzo) April 27, 2026
Die Finanzlöcher im Gesundheitssystem sollen unter anderem mit einer neuen Steuer auf zuckerhaltige Getränke sowie erhöhten Steuern auf Tabak und alkoholische Getränke gestopft werden. Freuen wir uns also demnächst auf "Saufen für den Klinikneubau", "Marlboros für Medis" oder "Schokolade -- der GKV zuliebe".
JD Vance nicht unähnlich, mahnte auch Julia Klöckner letztes Jahr bereits streng an, die Kirchen würden zu austausbaren NGOs, wenn sie sich frech in die Politik einmischten, anstatt sich auf ihr Kerngeschäft zu beschränken, das Spirituelle nämlich. Andererseits folgt wohl alles einem höheren Plan. Wenn zum Beispiel ein Messias wie Trump Kranke per Handauflegen heilen kann, dann braucht's auch keine Krankenversicherungen mehr.
Es ist mitunter deprimierend mit anzusehen, wie Menschen mit dem Hintern einreißen, was sie mit den Händen aufbauen. Nehmen wir den Fußballprofi Vicinius Junior von Real Madrid. Der Mann ist nach ziemlich einhelliger Meinung etlicher, die deutlich mehr davon verstehen als ich, momentan einer der begnadetsten Fußballer des Planeten. Er hätte also alle Mittel, Woche für Woche seine sportliche Brillanz auf faire und regelkonforme Weise unter Beweis zu stellen. Stattdessen fällt er theatralisch um, sobald ein Gegenspieler sich auf weniger als fünf Meter nähert und fordert eine gelbe Karte. (Gab mal Zeiten, da galt es als grob unsportlich, für einen Gegner eine Karte zu fordern und zog seinerseits eine Verwarnung nach sich.) Oder er protestiert bei jedem feuchten Kängurufurz beim Schiedsrichter. (Was wurde eigentlich aus der überaus sinnvollen, vom Rugby übernommenen Regel, dass nur Mannschaftskapitäne mit dem Schiri reden dürfen?) Und jedes Mal denkt man so: Der hätte so was doch gar nicht nötig.
Bis vor nicht allzu langer Zeit war ich noch davon überzeugt, dass eine blaubraune Koalition aus CDU und 'A'fD zumindest auf Bundesebene höchst unwahrscheinlich wäre. Weil Westbindung/Westintegration zur Andenauerschen DNA der Union gehört und ein Zusammengehen mit den in Teilen US-feindlichen und russlandfreundlichen Blaunen die Partei vermutlich zerreißen würde. Jetzt, da der Madman im Weißen Haus die Axt an die NATO legen will, bin ich mir da nicht mehr so sicher.

CDU/AfD auf Bundesebene ist imo mittlerweile ein denkbares Szenario, und selbst die SPD wird sich schon einen weiteren unappetitlichen Move einfallen lassen um da mitzuwirken, wie wäre es mit der neuen Mitte 2.0? Wer nicht aus der Geschichte lernt ist gezwungen sie zu wiederholen, genau an dem Punkt ist dieses Land gerade.
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